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Die 10 Gebote für den Börsenerfolg

Immer wieder spielen Emotionen den Investoren einen Streich. Deshalb gilt es, sich zu disziplinieren. Ein Regelkatalog hilft, die eigene Psyche und die Psychologie der Märkte in den Griff zu bekommen.

1. Du sollst Verluste begrenzen und Gewinne laufen lassen!

Dies ist das bekannteste Gebot für jede Form von Money Management, einfach zu verstehen, aber schwierig zu befolgen. Viele Anleger setzen keine Stopp-Kurse, um Verluste in Grenzen zu halten. Sie ignorieren sie und hoffen, daß sich der Markt wieder erholt. Auf der anderen Seite sind sie schon mit kleinen Gewinnen zufrieden und verkaufen viel zu früh, obwohl ein Trend noch weiter läuft. Mit anderen Worten: Sie werfen die guten Titel aus dem Depot und behalten die schlechten und drehen somit die Grundregel um. Um diese aber erfolgreich zu befolgen, muß eine Reihe von psychologischen Voraussetzungen erfüllt sein.

2. Du sollst deine Gefühle zügeln!

Trotz angeblich objektiver Analysemethoden wird die Börse immer noch von den Gefühlen der Marktteilnehmer beherrscht. Angst und Gier bestimmen mehr oder minder die lnvestitionsentscteidungen. Im Extremfall machen sie blind. Wer in Panik oder Euphorie handelt, nimmt die Realität nicht mehr richtig wahr. Kluge lnvestoren wissen um ihre emotionale Schwäche, sie handeln überlegt, üben Geduld und versuchen sich durch verschiedene Handelsregeln zu disziplinieren. Verlierer indes reagieren impulsiv und lassen sich wie erfolglose Spieler immer tiefer in die Verlustzone ziehen.

3. Du sollst zuerst auf dein Risiko schauen!

Wer an der Börse investiert, muß vor allem sicherstellen, daß er überlebt. Wer ruiniert ist, kann nicht mehr weiterspielen und hat so keine Chance seine Verluste jemals wieder wettzumachen. Deshalb ist es absolut nötig, vorher genau den Betrag festzulegen, den man im schlimmsten Fall verlieren darf. Professionelle Anleger riskieren niemals mehr als zwei Prozent ihres Gesamtvermögens für eine einzelne Investition. Vorsichtige Anleger sollten höchstens ein Prozent riskieren. Spekulationen auf Kredit haben dabei nichts verloren.

4. Du sollst nicht alles auf eine Karte setzen!

Irren ist menschlich, und trotz intensiver Analyse kann eine Investition daneben gehen. Kluge Anleger setzen darum nicht alles auf eine Karte, sondern setzen auf verschiedene Positionen in ihrem Depot. So wird das Risiko auf mehre Einsätze verteilt, Verluste auf der einen Seite stehen Gewinne auf der anderen Seite gegenüber. Allerdings heißt die Regel nicht: Je mehr Positionen, desto besser. Dann besteht die Gefahr, den Überblick zu verlieren. Für private Anleger sollte ein Depot mit maximal zehn Positionen ausreichen.

5. Du sollst deine Einsätze klein halten!

Kluge Anleger wissen, daß ein Teil der Geschäfte keinen Gewinn abwerfen wird. Deshalb halten sie den Kapitaleinsatz für die einzelne Investition klein. Auch wenn der Mensch danach strebt, schnell reich zu werden und deshalb auf den großen Wurf hofft, ist es besser, mehrere kleine Geschäfte zu tätigen als wenige große.

6. Du sollst immer genügend Barreserven halten!

Auch wenn das Investionsklima noch so verlockend ist, sollte man immer einen Anteil des Depots in Cash halten, um bei Rückgängen des Marktes Kaufgelegenheiten zu nutzen. Zehn bis fünfzehn Prozent in einem Bullenmarkt erscheinen hilfreich. In einem Bärenmarkt kann die Cashquote auch mal auf mehr als 80 Prozent steigen. Nur so lassen sich größere Verluste vermeiden.

7. Du sollst nie gegen den Trend kämpfen!

Recht haben ist bekanntlich eine, Recht bekommen eine andere Sache. Wenn sich an der Börse ein Trend klar etabliert hat, ist es sinnlos, sich gegen die Mehrheit zu stemmen - auch wenn man eigentlich eine ganz andere Entwicklung erwartet hat. Wer Verluste begrenzt und Gewinne laufen läßt, hat die besten Voraussetzungen die negativen Zyklen abzuschneiden und die positiven auszunutzen.

8. Du sollst keinem Guru trauen!

Viele Anleger lassen sich von selbsternannten Gurus leiten, die ihre Tips im Fernsehen und in dubiosen Börsenbriefen unters Volk bringen. Das mag für eine Zeit lang gut gehen. Aber wenn der Zyklus dreht, sind die Gurus so schnell verschwunden, wie sie gekommen sind. Kein Guru macht mit seinen Tips die Anleger reich, sondern nur sich selbst. Wer langfristig an den Märkten Erfolg haben will, muß seine Hausaufgaben selbst machen. Gurus und Börsenbriefe können interessante Anregungen geben, aber die eigene Analyse nicht ersetzen.

9. Du sollst aus deinen Fehlern lernen!

Alle machen an der Börse Fehler. Sie einfach zu verdrängen, wäre grundfalsch. Man muß seine Fehler akzeptieren und ständig analysieren. Nach einer Verlustserie sollte man unbedingt für eine Weile Urlaub vom Markt machen. Nur so läßt sich über Erfahrungen und Reflexion die Kunst des Spekulierens kontinuierlich verbessern.

10. Du sollst Disziplin üben!

Erfolgreiche Investoren agieren immer diszipliniert an den Märkten. Was nützen die besten Regeln, wenn man sie nicht befolgt. Immer wieder ist man geneigt, in besonderen Situationen eine Ausnahme zuzulassen, und am Ende ist der Regelkatalog wertlos. Deshalb gilt: Die Regeln strikt befolgen, auch wenn es weh tut.


Quelle: über n-tv Faxservice von BÖRSE ONLINE 1998
Nachbearbeitung: mit MUSTEK-OCR-Software in Word97-Datei umgewandelt, dann mit Word97 in HTML konvertiert
und manuell HTML-gestylt
Für Ergänzungen, Hinweise und sonstige (Inter)nette Mitteilungen: Heinz Lindner

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